Neues Jahr, neues Format!

Das neue Jahr beginne ich mit einem Geständnis: von vielen Dingen habe ich sowas von null Ahnung. Von wirklich vielen vielen Dingen. Und das hat nicht mal was mit mangelndem Interesse zu tun! Im Gegenteil! Eigentlich interessiere ich mich für fast alles! Und doch weiß ich so wenig. Schande.

Das neue Format #catotalk (alter Name, neuer Inhalt!) soll das für mich ändern, und gleichzeitig noch alle erhellen, die auch der Meinung sind, zu unwissend zu sein.

Die Idee

Menschen haben unterschiedliche Interessen. Interessen, die man ihnen vielleicht nicht ansieht, die vielleicht ungewöhnlich sind. Mit denen sie ihre kostbare Freizeit füllen, ihr Wissen und ihr Können erweitern. Oder einfach Interessen, von denen ich (noch) nichts verstehe. Und darauf bin ich neugierig!

In jeder Folge #catotalk quetsche ich also eine Person über genau so ein Interesse aus. Und dies ist ein offizieller Aufruf: Meldet euch bei mir! Kommt zu einem Kaffee vorbei und erzählt mir von eurem Hobby, eurem Spezialgebiet. Bringt mir was bei!

 

#catotalk |  e-Sport mit Carsten

Carsten ist ein Typ wie du und ich: Hängt an der Uni rum, hat Spaß an Musik – und interessiert sich für e-Sport. Whaaaat? 

 

e-sport

Erklärstunde mit Carsten

 

Cathy: Die dümmste Frage zuerst: was ist eigentlich e-Sport?

Carsten: e-Sport wird der offizielle Wettkampf in Computerspielen genannt. Die populärsten Genres sind dabei die sogenannten MOBAS (Anm.d.Red: das steht für Multiplayer Online Battle Arena. Hab ich natürlich aus dem Kopf gewusst und nicht bei Wiki nachgelesen!) und Ego-Shooter. Allerdings gibt es auch diverse andere Genres, die vertreten sind, z.B. Echtzeitstrategiespiele wie Starcraft 2 oder auch Kartenspiele/Denkspiele wie z.B. Hearthstone.

 

In welchen Ländern gibt es e-sport und wo ist er am populärsten?

e-Sport gibt es fast überall auf der Welt, hauptsächlich würde ich aber sagen in Europa, Nordamerika und Asien. Am populärsten ist e-Sport momentan sicher in Südkorea, wobei der Stellenwert überall auf der Welt nach und nach wächst.

Wo kann man sich über e-Sport auf dem Laufenden halten oder Meisterschaften anschauen?

Auf dem Laufenden halte ich mich auf der Homepage von Team Liquid und dem dazugehörigen Wiki. Hier finde ich mich gut zurecht und finde nahezu alle Ergebnisse von sämtlichen Turnieren. Diese Seite ist allerdings nur auf Englisch verfügbar. Falls man sich lieber auf einer deutschen Homepage informieren möchte, würde ich escene “empfehlen”. Ich selbst besuche die Seite wie gesagt nicht, sie macht allerdings einen guten Eindruck und deckt alle wirklich relevanten e-Sport Spiele ab. Wenn sich jemand speziell für ein bestimmtes Spiel interessiert, würde ich einfach googlen, da wird man schon die relevanten Seiten finden. 😉
Meisterschaften schauen kann fast ausschließlich im Internet auf Twitch.tv. League of Legends wurde in der letzten Zeit aber tatsächlich zwei Mal auf Sport1 übertragen, allerdings nur die Finalspiele der Weltmeisterschaft. Wer also e-Sports regelmäßig schauen will, kommt an Twitch.tv nicht vorbei.

 

Ist e-Sport der Hauptberuf dieser Leute?

Ja, der e-Sport ist der Beruf dieser Leute. Die sind eben E-Sportler, so wie andere Leute hauptberuflich Fußballer oder Athleten sind. Professionelle e-Sportler werden auch Pro-Gamer genannt.

 

Kann man damit sein Leben finanzieren? Und was für ein Leben ist das überhaupt?

Definitiv kann man damit sein Leben finanzieren. Wie bei “normalen” Sportlern haben die Spieler Verträge mit ihren Teams und ggf. mit Sponsoren. Außerdem kann man als Profispieler durch Streaming zusätzlich auch nebenbei Geld verdienen. Das gilt übrigens auch für Hobbyspieler oder Semi-Professionals.

Welche Art von Leben das ist, puh, schwer zu sagen. Das CS:GO Team von SK Gaming beispielsweise lebt zusammen in einem verdammt großen Haus, jeder Spieler hat ein eigenes Zimmer. Außerdem hat das Haus einen großen Garten mit Pool. Den Jungs geht es sicherlich ziemlich gut.
Andere wiederum leben ganz normal wie du und ich, mit dem Partner, bei der Familie oder in einer WG. Das kann man so nicht pauschalisieren. In Südkorea allerdings soll es so sein, dass die meisten Spieler in einem Teamhaus wohnen oder zumindest zu diesem Haus gehen wie zur Arbeitsstelle.

 

Wie sieht der typische e-Sportler aus?

Der typische e-Sportler sieht aus wie du und ich. Ist ja auch logisch, wir sind ja schließlich beide e-Sportler 😉

Die Pro Gamer sind in der Regel sehr jung. In manchen Spielen wird man als alt angesehen, wenn man 25 Jahre jung ist. Das variiert allerdings etwas von Spiel zu Spiel.
Hearthstone ist da ein sehr gutes Beispiel. Hier ist es auch möglich, als “älterer” Spieler auf professionellem Niveau zu spielen, da es ein Kartenspiel ist, bei dem es hauptsächlich aufs Denken ankommt (vergleichbar mit Schach) und nicht auf Reaktionszeiten oder Ähnliches.

Was die Geschlechterverteilung angeht, wird e-sport (im professionellen Umfeld) aktuell noch vom männlichen Geschlecht dominiert, allerdings gibt es auch reine Frauenteams, welche an Wettkämpfen teilnehmen, die nur für weibliche Pro-Gamer ausgerichtet werden.

Die Herkunft spielt im e-Sport eine untergeordnete Rolle. Die Profi-, Semi-Pro- und die Hobbyspieler sind über den kompletten Globus verteilt, wobei man sagen muss, dass die besten Profis aktuell aus Südkorea kommen. Dennoch sind die meisten Teams multinational.

Trainieren e-Sportler auch so richtig?

Es ist nicht selten, dass die Spieler täglich (so ähnlich wie z.B. im Fußball) mehrere Stunden trainieren. Vor größeren Turnieren gibt es oft sogenannte Bootcamps. Diese kann man mit einem Trainingslager vergleichen. Hier verschanzt sich das ganze Team eine gewisse Zeit lang (auch das variiert) mit einem Trainer und studiert beispielsweise verschiedeneTaktiken ein.

 

Könnte ich e-Sportler werden?

Ob du Pro-Gamer werden kannst, hängt von mehreren Faktoren ab.

Genau genommen, wie ich ja eben auch gesagt habe, sind wir eigentlich schon zu alt, um Pro-Gamer zu werden. Außerdem müssten wir in den aktuellen Spielen viel zu viel Wissen und Erfahrung aufbauen, da sehe ich keine Chance. Wenn jetzt allerdings ein komplett neues Spiel erscheinen würde, wie z.B. in den letzten Jahren Hearthstone und Heroes of the Storm, dann würde ich sagen ist es möglich, da jeder bei null anfängt.

Es gibt aber auch noch den Weg des Streamens. Streamer sind Hobbyspieler oder Semi-Profis, welche ihre Spiele auf Twitch übertragen und damit Geld verdienen. Wenn du das schaffst, bist du auch eine Art e-Sportler, aber eben kein Pro Gamer. 😉

 

Wie regelmäßig verfolgst du das ganze?

Leichte Antwort. Täglich.

 

Was ist deine Lieblings-e-Sport-Szene und warum?

Puh, das ist sehr schwer.

Ich verfolge sehr gerne Starcraft 2. Mit diesem Spiel bin ich erst zum e-Sport gekommen. Leider ist das Strategie-Genre aktuell nicht mehr so gefragt und vielen Leuten ist Starcraft einfach zu schwer, was schade ist. Ich finde die Spiele sehr spannend, weil sie von Taktik und Skill geprägt sind. Außerdem ist Starcraft2 eines der wenigen 1vs1-Spiele. Auch deswegen mag ich es unter anderem so sehr.

Meine zweite Lieblings-Szene ist Counter Strike. Ich mag das Spiel, weil es wesentlich mehr ist, als stumpfes Geballer ohne Nachladen. Ich denke, es ist der taktische Aspekt und die große Bedeutung von Teamplay, was es für mich so interessant macht.

 

 

Le Fazit

Aha! Das hab ich mehrmals während des Gesprächs mit Carsten gedacht. Jetzt weiß ich, was e-Sport ist, wo ich mich darüber auf dem Laufenden halten kann, und dass ich zu alt bin, um Profi zu werden. 😀 Ich habe natürlich direkt mal ein bisschen gestreamt, und war wirklich überrascht, wie diese Turniere aufgezogen sind! Richtig aufwendig und professionell, nicht im Keller des Elternhauses eines pickligen Koreaners (möglicherweise hab ich es mir so vorgestellt). Und es ist tatsächlich spannend, sich sowas anzuschauen – vor allem, wenn man das betreffende Spiel selbst kennt und spielt!

Von mir selbst aus hätte ich vermutlich nie was über diese Szene erfahren – nicht, weil es mich bewusst nicht interessiert, sondern weil irgendwie so viele interessante Dinge im Wirbel des Alltags total untergehen, man sich oft denkt „Das muss ich mal googlen!“ und es dann doch nie tut. Also bitte, Freunde: seid mein Google. Macht mich schlauer! 🙂

 

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