In einem technologisierten Zeitalter, in dem das ständige am-Smartphone-rumdaddeln oft genug verschrien und verschimpft wird, bin ich froh, euch heute mal eine sinnvolle Handy-Anwendung vorzustellen, die uns nicht im Sinne des too-much-information-Overkills noch mehr an die Grenzen unserer Aufnahmefähigkeit bringt, sondern uns im Idealfall hilft, etwas zur Ruhe zu kommen! Los gehts: meditieren mit stop, breathe & think!

Eine App zum Meditieren – echt jetzt?

Vieles spricht zunächst dagegen. 

Erst mal der Klassiker: man ist total gestresst, hat gefühlt nicht mal fünf Minuten zum durchatmen am Tag. Und dann soll man sich auch noch die Zeit nehmen, ein paar Minuten überhaupt nichts zu tun außer von einer App gesagt zu bekommen, wie man ein- und ausatmet?

Ja genau, das soll man! Wir sind es doch ohnehin schon gewohnt, dass unsere Smartphones uns Befehle geben, zu Terminen schicken und Memos losklingeln lassen, wenn wir gerade auf die Toilette gehen wollen. Dann kann es uns auch richtige Atmung beibringen!

Nächster Punkt – Meditieren. Für Menschen, die mit so etwas nichts am Hut haben (und zu denen ich streng genommen auch zähle), klingt das erst mal viel zu esoterisch. Passt nicht zu mir. Ist ja albern. Zeitverschwendung. Womöglich dazu noch Zauberformeln sagen und die Farbe meiner Aura bestimmen.

Eigentlich schade, dass wir so beschäftigt und so auf pragmatisches Denken und Handeln getrimmt sind,  dass wir es für Hokuspokus halten, wenn es mal darum geht, sich nur ein bisschen Zeit für ein Auf-sich-selbst-Besinnen zu nehmen.

Dabei hat meditieren im Sinne von stop, breathe & think nichts mit Zauberei zu tun (auch wenn uns die Ergebnisse vielleicht so vorkommen 🙂 ).

Meditieren mit stop, breathe & think

Im letzten Beitrag zur Relax Challenge habe ich euch bereits die Website von stop, breathe & think (im Folgenden abgekürzt mit sbt) verlinkt und verkündet, dass die App kostenlos für iOS und Android erhältlich ist! Was ihr wissen solltet: die App ist auf englisch, allerdings mit so vielen niedlichen Bildern versehen, dass man auch ohne den Oxford Dictionary auswendig zu können, klarkommt! 🙂

Die App ist in einem sehr witzigen Comicstil mit ein bisschen Farbe gehalten und spricht mich allein deswegen schon total an.

Jede Sitzung geht damit los, dass sbt mich nach meinem heutigen mentalen und physischen Zustand fragt.

relax challenge meditieren

das Gehirn <3

Klingt blöd, aber alleine diese Frage bewirkt bei mir bereits, dass ich zum ersten Mal an diesem Tag wirklich überlege, wie es mir eigentlich geht.

relax challenge meditieren

 

Es ist in unserer Gesellschaft üblich, auf die Frage „wie geht’s?“ standardmäßig mit „gut“ zu antworten, weil man niemandem vor den Kopf stoßen will. Aber sbt ist nicht vor den Kopf gestoßen, wenn es mir mies geht und ich das zugebe! Also kann ich hier ruhig ehrlich sein.

Im nächsten Schritt kann ich meinen Gemütszustand sogar noch differenzierter beschreiben. Aus unzähligen vorgegebenen Gefühlen kann ich fünf auswählen, um sbt zu sagen, was in mir vorgeht.

relax challenge meditieren

Auf der Grundlage meiner Angaben schlägt mir sbt dann eine Reihe von Meditationen vor, die an diesem Tag besonders geeignet für mich sind.

Jede Meditation ist in einem kurzen Text beschrieben. Ebenso wird die Dauer angezeigt, die von 3 Minuten bis zu 20 oder sogar noch länger sein kann. Bei fast allen Meditationen kann ich entscheiden, ob ich die volle Länge meditieren möchte, oder lieber eine zeitlich abgespeckte Version davon.

Am Anfang sind 15 verschiedene Meditationen verfügbar; weitere kann man sich durch regelmäßiges meditieren freischalten.

Ich habe angefangen mit dem Klassiker, dem sogenannten „mindful breathing„. Dabei führt mich eine angenehme Frauenstimme durch eine dreiminütige Meditation, in der es tatsächlich nur darum geht, sich auf sein Inneres und seinen Körper zu konzentrieren und zu atmen. Das war sauschwer! Ich war mir jedes Geräusches um mich herum überdeutlich bewusst, dann hat mein Kopf gejuckt und mein Knie hat wehgetan und die drei Minuten kamen mir vor wie eine Stunde.

relax challenge meditieren

Aber das ist, wie alles, Gewöhnungssache! Auch wenn ich nach einer Woche immer noch kein Fan von „mindful breathing“ bin, merke ich doch, dass es mir schon ein bisschen leichter fällt, meine Umgebung auszublenden! 
Lieber sind mir aber Meditationen, in denen es nicht vornehmlich darum geht, in seinen Körper und Geist reinzuhorchen. Ich bekomme von der sbt-Stimme lieber Denkanstöße zu konkreteren Dingen, wie beispielsweise in der Meditation „Gratitude„, in der es darum geht, darüber nachzudenken, wofür man dankbar ist oder es sein sollte.

Wenn ich über etwas bestimmtes nachdenken soll, fällt es mir leichter, alles andere auszublenden. Ich denke mal, „mindful breathing“ ist gleichzeitig eine gute Einstiegs-Meditation und auch die Königsdisziplin.

Was soll das Meditieren bringen?

Ganz simpel: Wir sollen uns dadurch besser fühlen.

Unser Geist, so verspricht sbt, soll gestärkt, und unsere Freundlichkeit und Güte uns selbst und anderen gegenüber reaktiviert werden (was ziemlich miteinander zusammenhängt). 

Ich habe an mir zumindest schon festgestellt, dass ich mich nach der Gratitude-Meditation wirklich ein bisschen besser fühle. Tatsächlich dankbarer für alles und jeden und irgendwie ein bisschen glücklicher als vorher.

Klar, wir laufen nicht nach sechs Minuten meditieren nur noch grinsend durch die Welt und umarmen Leute. Wahrscheinlich sind wir am nächsten Tag wegen etwas anderem schlecht drauf. Irgendwas ist ja immer. Aber vielleicht nicht ganz so schlecht wie am Vortag. Oder vielleicht freuen wir uns ein bisschen mehr als sonst, wenn wir eine nette SMS von der besten Freundin kriegen. Ich bin sicher, dass sbt sowohl eine direkte Auswirkung auf unser Gemüt haben, als auch auf lange Sicht unsere Einstellung zu uns und zum Leben verbessern kann! 

Probiert es aus! Ich habe in diesem Beitrag bewusst nicht alles über die App erzählt – einige witzige Dinge müsst ihr selbst herausfinden! Es lohnt sich! 🙂

Life is yours

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