Hallo 2017

Oh mann, das Jahr ist vorbei.

Der Jahreswechsel scheint ein verlockender Zeitpunkt für Rückblicke, Vorsätze und Neustarts zu sein. So, wie auch die Schule nach den Ferien an einem Montag beginnt. Vor kurzem hat mir jemand erzählt, dass sich das Alter der Menschen in Korea am Neujahrstag ändert. Die Menschen scheinen eine Tendenz zu richtiggehenden Anfängen zu haben. Eine Diät fängt man nicht an einem Donnerstag an!

Ich frage mich in der Zeit um Silvester immer, ob ich im vergangenen Jahr irgendwas sinnvolles fabriziert habe. Ich denke dann immer an das Silvester vor einem Jahr. Wo stand ich da, wie war ich drauf? Manchmal fühlt es sich an, als wäre es gestern gewesen. Dieses Jahr kam es mir eher vor wie aus einem anderen Leben. Ein gutes Zeichen? Keine Ahnung. Aber auf jeden Fall ein Zeichen, dass ich mich entwickelt habe, und dafür bin ich eigentlich ziemlich dankbar!

Die Sache mit den Träumen und Wünschen

Euch ist vielleicht aufgefallen, dass es auf dem Blog keine Kategorien mehr gibt – ein kleiner, äußerlicher Reflex dieser Tatsache und ein konkreter Aspekt, der sich auch auf das Leben übertragen lässt: Kategorien oder Schubladen geben zunächst mal eine Marschrichtung an, wenn man selbst manchmal nicht weiß, wohin. Doch sobald man sich entwickelt, werden Kategorien ganz schnell zu einem Zwangskorsett. Manche sprengt man, andere lässt man ganz leer und für einige Gedanken und Dinge gibt es vielleicht gar keine passende Schublade im System.

So ähnlich ist es auch mit Träumen und Wünschen. Aus ihnen entstehen Ziele, die wir erreichen wollen und auf die wir hinarbeiten. Ein Ziel gibt unseren Taten Legitimation und Sinn. Das ist wichtig. Aber ich glaube, manchmal vergisst man, sich währenddessen zu fragen, ob das Ziel überhaupt noch unser großer Traum ist. Ultimative Mistsituation: Man arbeitet ewig auf etwas hin, bringt viele Opfer, und wenn man es erreicht hat, weiß man nicht mehr, wofür. Denn manchmal passiert es eben: wir verändern uns. Entwickeln uns weiter. Wir erleben Dinge, die unseren Blickwinkel verändern. Das kann ein Buch sein, das irgendwas in uns anspricht und wachrüttelt, oder vielleicht treffen wir einen Mensch, der unseren Kopf in eine andere Richtung dreht und uns neue Dinge zeigt. Manchmal geht eine Entwicklung auch aus uns selbst und aus ehrlicher Selbstreflexion hervor.

Und plötzlich (oder schleichend) wird klar – das ist nicht mehr das, was ich will. Was ich sein will. Und das kann einem erst mal Angst machen. Dann stellt man sich diese blöden existenziellen Fragen:

Kann ich einfach einen neuen Weg einschlagen?

Wofür waren die letzten Jahre?

Was will ich?

Was sagt es über mich aus, dass ich jetzt etwas anderes will oder nicht mehr weiß, was ich will?

Es geht mir nicht darum, ein Plädoyer für Sprunghaftigkeit zu halten. Die Entwicklung, die ich meine, bezieht Menschen, die Montags A wollen und Dienstags B und Mittwochs wieder A, aber auch C,  nicht mit ein. Das ist keine Entwicklung, sondern der Unwille, sich zu entscheiden. Ich glaube, wer keine Entscheidungen trifft, entwickelt sich nur schwer weiter. Entscheidungen markieren ein neues Stück Weg und haben somit Einfluss darauf, dass und wie wir uns entwickeln.

Ich finde, wir sollten keine Angst haben, uns immer wieder für Dinge zu entscheiden, und genauso wenig, hin und wieder unsere Entscheidungen zu hinterfragen. Es ist kein Zeichen für Wesensschwäche, wenn wir heute etwas anderes wollen, als vor einem Jahr. Und wenn wir immer noch das gleiche wollen, sollten wir uns bewusst nochmal dafür entscheiden, die Entscheidung erneuern. Kein Stillstand und kein unbewusstes Treiben in die falsche Richtung! Ziele und Träume sind wichtig, und sie sollten deswegen nicht weniger als genau das sein: unsere größten Wünsche.

 

2017 = Konfettomania. (Betonung auf Fett. Frohe Fettnachten.)

Sich zu entwickeln ist was gutes, und es ist menschlich. Nichts, wofür man sich schlecht fühlen sollte. Und ja, es ist nicht wirklich planbar.

Ich möchte DANKE sagen für alle, die meine Spirenzchen mitmachen und sich immer wieder dazu entschließen, meine Beiträge zu lesen!

Ich veröffentliche nicht jeden Tag einen Beitrag, der Blog ist nicht mein Lebensinhalt, ich bin kein fulltime-Blogger. Aber ich bin fulltime-Denker. Worte und Gedanken begleiten mich durch den Tag, machen mir Spaß, bringen mich zum Heulen und zum Lachen. Ich schreibe gerne, auf Tastaturen, auf Papier, auf beschlagene Scheiben und dreckige Autos. Und ich hab so viel Wortkonfetti im Kopf, das kann ich unmöglich alles da drin lassen!

Also, wer gerade Zeit hat, kann sich kurz freuen: Auf Konfetti, auf Heulen, Lachen und Gaming, auf geschriebene Weltkrümel und verwackelte Fotos. Auf Beiträge, in denen, wie bisher, viel Arbeit, viele Gedanken und vor allem ganz viel Ich steckt. Hallo 2017! Ich wünsche euch das Allerbeste.

 

Life is yours

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