Jeder kennt das: Man hat ein Projekt, sei es auf der Arbeit, im Studium oder privat, und man kann sich einfach nicht aufraffen. Null Motivation. Alles kommt einem zu viel vor, jede kleinste Hürde wie ein unschlagbares Hindernis. 

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via pinterest

Es gibt verschiedene Gründe für mangelnde Motivation.
Entweder, die Deadline ist so weit entfernt, dass der nötige Druck fehlt. Oder es muss für das Erreichen des Ziels so viel getan werden, dass man angesichts dessen wie gelähmt ist. Oder aber, man hat es fast geschafft, und gönnt sich kurz vor Schluss einen Projekt-gefährdenden Schlendrian, der sich zu einer absurden fast-geschafft-Lethargie entwickelt.

Ich stehe gerade wenige Monate vor Abschluss meines Studiums, und habe das Gefühl, dass alle drei Faktoren gerade auf mich einwirken und zutreffen.

Das ist auch der Grund, warum ich leider momentan nicht so viel für den Blog tun kann, wie ich es gerne würde.

Ich bin entweder tatsächlich, oder zumindest gedanklich immer bei meinen letzten paar Uni-Projekten; wie viel und unschaffbar alles doch ist.

Andererseits: ich hab es doch auch geschafft, die Jahre bis jetzt durch- und meine Motivation immer aufrechtzuhalten und alles erreicht und erledigt, was ich wollte (oder eher musste 😀 ). Daher geht es in diesem Beitrag um meine Strategien zur Motivation, die ich mir während des Studiums angeeignet habe, und mir jetzt wohl nochmal ins Gedächtnis rufen sollte!

Schritt 1 : Das Ziel

Ein konkretes Ziel zu formulieren, das ist wirklich wichtig. Idealerweise ist es etwas, das von großer Bedeutung für uns ist. Hierbei sollte man sich Zeit nehmen, sich dieses Ziel in all seinen tollen Facetten präsent zu machen. Also nicht bloß „Abschluss des Studiums“ sondern „[hier beliebige Jahreszahl einfügen] Jahre Schufterei abschließen, das Ende der Ausbildung erreichen, Freiheit von stinkigen Hörsälen, muffigen Bibliotheken und elender Lernerei von Dingen ohne Sinn und endlich anfangen, wie ein Erwachsener zu leben.“ (ich finde, wenn es für Motivation sorgt, kann man sowas auch ruhig glorifizieren, auch wenn man es besser weiß.)

Schritt 2 : Was muss dafür getan werden?

Manchmal klammern wir uns an eine Aufgabe, weil wir denken, die wäre besonders wichtig, obwohl sie bei genauerer Betrachtung eigentlich nur marginal oder gar nicht mit dem Erreichen unseres Ziels zusammenhängt.
Hier empfehle ich, eine Liste mit notwendigen Arbeitsschritten anzufertigen, und jeweils dazu zu schreiben, inwiefern der Schritt relevant ist und welche Priorität er hat. Beispielsweise:

letzte Seminararbeit fertig schreibenKopf frei für die MasterarbeitPrio 1
Termin bei MA-Betreuer fürs Themakann anfangen, mich einzulesenPrio 3
Analyseaufgaben abgebenbrauche die CP für MAPrio 2
Büro aufräumendamit die Kollegen mich mögengefühlte Prio 1, aber gerade
echt nicht wichtig! 😀

Dabei muss man eben abwägen, ob die Dringlichkeit, CP zu kassieren, einen mehr lähmt, als eine ganze Hausarbeit im Hinterkopf zu haben, oder eben anders herum.
Wichtig für mich bei solchen Aufgaben ist, mir klar zu verdeutlichen, inwiefern diese Aufgabe FÜR MICH relevant ist. Das liegt daran, dass ich dazu neige, die Arbeit anderer zu meiner eigenen zu machen. Wenn ihr auch so seid, ist für euch in der Tabelle die wichtigste Spalte die mittlere! Prüft genau, was ihr da rein schreibt!

Schritt 3 : Der Plan

Ich bin ein Planer. Ich schreibe Zeitabläufe, schaffe mir Zwischenetappen und erstelle pedantische Tagespläne. Das gibt mir die Sicherheit, dass es möglich ist, mein Ziel in einer bestimmten Zeitspanne zu erreichen, und Sicherheit ist gleich Motivation für mich.

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Ich denke, der Trick hierbei ist, weder zu grobe, noch zu feine Pläne zu erstellen. Wenn ich schreibe, was ich in einem Monat alles schaffen will, werde ich vermutlich bis zum 20. nichts tun; anders herum bringt mich ein unvorhergesehener Termin völlig aus dem Konzept, wenn ich mir Tagespläne schreibe, diese deswegen nicht einhalten kann und sich alles verschiebt. 

Meine Empfehlung: Wochenpläne. Eine Woche ist eine sehr greifbare, gut überschaubare Zeiteinheit; man kann -finde ich- sehr gut einschätzen, was man in einer Woche erreichen könnte. Nach Belieben kann so ein Wochenplan ja noch weiter ausdifferenziert werden, zum Beispiel so:

WOCHE 1 : Seminararbeit fertigstellen
Mo-Do: Kapitel 4 fertigschreiben
Fr – So: Schluss schreiben + redigieren

Ein weiterer Vorteil von Wochenplänen ist, dass man alle sieben Tage eine Zwischenetappe erreicht. Das motiviert zusätzlich! Außerdem kann man Pausentage einbauen, wenn man das Wochenziel nicht zu enthusiastisch festlegt. 😀

Schritt 4 : Herausfinden, was dich motiviert

Alle bisherigen Schritte bezogen sich ja nur auf die Projektplanung. Wenn es ans tatsächliche Arbeiten geht, sind Pläne und derlei Aufzeichnungen auf jeden Fall hilfreich, aber eine extra Motivation ist meistens trotzdem notwendig.
Also stell dir die Frage: Was motiviert dich? 
Anerkennung? 
Zeitdruck?
Das Gefühl, etwas weggeschafft zu haben?
Die Bewältigung schwieriger Aufgaben?
Mit gutem Gewissen entspannen zu können?
Teamwork?
Motivation-Playlists?

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Dieses Wissen kann man sich dann zunutze machen. Motiviert dich vielleicht, zu sehen, wie andere fleißig sind? Ab in die Bibliothek! Oder willst du einfach mal selbstzufrieden einen Abend auf der Couch mit einem Glas Wein verbringen? Dann schaff heute was, und heute Abend kannst du dich selbst feiern.  Oder motiviert dich Zeitdruck? Setz dir selbst eine Deadline.
Das klingt alles banal, aber wenn man sich diese Dinge wirklich einmal bewusst macht, und diese persönlichen Motivationsmomente bewusst erlebt, kann das echt helfen!
Die Krone der Banalheit: Ich habe mir eine Motivation-Pinnwand bei Pinterest angelegt. 😀 Mit irgendwelchen Sprüchen von klugen Menschen. Hilft mir! Wer sie sehen will, klickt hier.

Schritt 5 : positiven Wahn erzeugen

Ich schwanke bei meinen aktuellen Projekten immer zwischen zwei Gemütszuständen. „Ich schaffe das alles nicht, ich hasse diese Arbeit, ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren“ versus „das ist alles total machbar! Ich schaff das! Hehe!

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Dass das darauf hindeutet, dass ich womöglich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehe, lassen wir jetzt außen vor. 😀 Was ich sagen will, ist folgendes: Wir haben als Menschen die Macht, uns Sachen einzureden. 😀 Und in solchen Situationen der fehlenden Motivation sollten wir versuchen, uns einzureden, dass
a) die Aufgabe total lustig ist und Spaß macht.
b) wir alles auf jeden Fall gut bewältigen können.
c) die Arbeit gerade genau das ist, was wir tun wollen.

Wie schon Giuseppe Mazzini sagte: Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen. 
Und wie ich hinzufügte: Wenn wir nicht wollen, müssen wir uns einreden, dass wir wollen. 😀

Schritt 6 : Belohnungen

Das muss ich eigentlich nicht groß ausführen. Belohnungen sind quasi ein Unterpunkt von Schritt 4. Jeder mag Belohnungen, jeden motivieren Belohnungen. Und die müssen ja nicht unbedingt von jemand anderem kommen!
Wir können uns selbst belohnen, mit einem neuen Buch, einem paar Schuhe oder einem Kinobesuch, wenn wir irgendeine größere Zwischenetappe geschafft haben! Auch schön sind Belohnungen von Dauer, also beispielsweise ein paar Schuhe. Die werden euch beim Tragen daran erinnern, dass ihr dafür hart gearbeitet habt und das wird euch so immer wieder stolz machen!

Hier ist es wichtig, dass ihr euch weder selbst um die Belohnung bringt (also, ihr erreicht das Ziel oder die Zwischenetappe, gönnt euch aber trotzdem nicht, was ihr eigentlich wolltet), noch euch selbst mit unverdienten Belohnungen überhäuft. 😀

Schritt 7 : Wenn alles nichts hilft

Es gibt Tage, da geht es einfach nicht. Da ist die Stimme im Kopf die lauteste, die sagt, dass du es nicht schaffst. Mein Tipp für solche Tage: Lass die Arbeit ruhen! Wenn wirklich nichts mehr geht, dann gesteh dir das ein und zu, und mach was ganz anderes. Vielleicht Sport, das kann wirklich helfen. Manchmal muss man sich einfach eine kurze Auszeit erlauben, ohne sich dabei schlecht zu fühlen. Und ja, ich weiß genau, wie schwer das ist.

Was ebenfalls unter diesen Punkt fällt, ist die Notwendigkeit, sich folgendes klar zu machen: Was ist das schlimmste, was passieren kann? Und wenn es passiert, was bedeutet das dann wirklich für mich? 

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via pinterest. Visualisiert das worst case scenario 😀

Bin ich jetzt motiviert?

Manchmal sind wir total antriebslos, ärgern uns über die Welt und über uns selbst und schieben dabei unsere Aufgaben vor uns her. 
Aber: wenn wir lernen, was uns motiviert, dann können wir aus diesem Wissen wirklich etwas machen. Jetzt muss ich diese ganzen Tipps nur noch selbst umsetzen. 😀

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Motivationsstrategien in die Kommentare schreibt! Viel Erfolg bei euren Projekten! 🙂

Life is yours

Quelle der gesamten Bilder aus diesem Beitrag ist Pinterest! Genaueres zu den einzelnen Bildern findet ihr auf meiner Words-Pinnwand.

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