Manche haben sich bestimmt schon gefragt, was die Gaming-Kategorie auf Catomania soll. Wie die da rein passt. Wo ist der rote Faden zwischen Beautykram, Essen, Lifestyle und Videospielen? 
Die Gaming-Kategorie ist vor allem ein Geschenk an mich selbst. Weil ich natürlich weiß, dass sie aus dem übergeordneten Konzept ein bisschen rausfällt. Aber: Gaming ist seit langer Zeit ein beständiger und geliebter Teil meiner Freizeit, und ich bin fest davon überzeugt, dass mehr Menschen spielen sollten. Dass Gaming als eine extrem vielfältige Beschäftigung für jeden eine Bereicherung sein kann. Und deswegen ist die Gaming-Kategorie auch ein bisschen der Versuch, andere dafür zu begeistern. 🙂

Meine Gaming-Story

Meine Eltern entstammen einer Generation, die Technik noch nicht primär als Unterhaltungsquelle kannte. Ich kann sehr gut verstehen, dass es gerade für diese Generation schwierig ist, nachzuvollziehen, warum die eigenen Kinder dann plötzlich Bildschirme und Knöpfe einer Lateingrammatik vorziehen. 😀 Nein, Spaß. Ich hatte und habe das große Glück, einen extrem technikbegeisterten Vater zu haben, der frühzeitig einen Computer und den ersten GameBoy anschaffte (wohl bemerkt für sich selbst, nicht für mich!), und eine Mutter, die trotz -vorsichtig formuliert- großer Ehrfurcht vor neuer Technologie dennoch immer ein offenes Ohr für die futuristischen Wünsche ihrer Tochter hatte. 

So kam ich in den Genuss, bereits im zarten Alter von fünf Jahren in die Welt von Nintendo einzutreten – mit Tetris und Super Mario Golf.

ja ich weiß, der Nintendo Advance ist nicht gerade 2015. Aber der 3DS hing gerade am Ladekabel.

Ein paar Jahre später habe ich mit Papa die Welt des ersten Unreal erkundet, das wir damals noch unwissend un-re-al ausgesprochen haben, und nicht an-riel. Die Verteilung war wie folgt: er hat gesteuert, ich hab mir in die Hosen gemacht. 😀 Zugegeben, wir sind nie weiter gekommen als das Areal rund um den abgestürzten Gefangenentransporter. Aber das war trotzdem ein riesen Spaß! 

Über die diversen handheld-Konsolen von Nintendo und den damit verbundenen Gimmicks (wie der aufsteckbaren beleuchteten Lupe – yeah, jetzt konnte ich auch in Tunnels weiterspielen!) kam dann irgendwann meine erste Konsole: Der Game Cube ♥ 

Ein Game Cube ist genauso cool wie 100 Rubine :3

Ich hab unzählige schöne Stunden vor dem lila Würfel verbracht; bin als Sonic Treppengeländer runtergegrindet, hab in Starfox Adventures Planeten bereist und Dinosaurier bekämpft und mit dem Dreckweg 08/17 die Isla Delfino gesäubert und, und, und.
Ich konnte in der Schule -zumindest partiell, da sehr Nintendo-fixiert- mitreden, wenn es um Gaming ging, konnte Spiele tauschen und Tipps geben und erhalten. Als eher introvertiertes Kind hat Gaming mir tatsächlich ein bisschen die Türen geöffnet!

Versteht mich nicht falsch: Ich war nie ein Stubenhocker, dem die Kabel schon aus den Ohren kamen. Ich habe immer wahnsinnig viel gelesen und vor allem draußen gespielt, hatte zwei Hühner, ein stark beanspruchtes Fahrrad und eine Schlammhose. Meine vernarbten Knie sind Zeugnis meiner tomboy-Kindheit und -Jugend. 😀 Gaming hat sich da als eines von vielen Hobbies einfach gut eingefügt.

Als Teenager hab ich den PC für mich entdeckt und von Roller Coaster Tycoon über die Sacred-Reihe bis zu Fear einiges ausprobiert (wie man das so als Teenager macht 😀 ). Und auch als ich älter wurde, habe ich nicht aufgehört, die Regale im Laden durchzuschauen und mir -wenn auch etwas verschämt- das neuste Pokemon/ Legend of Zelda/ Super Mario/ whatever zu kaufen. 

Ja, vor Amiibos mache ich auch nicht halt 😀

Heute bin ich auf dem neusten Stand der Konsolen von Nintendo, Sony und Microsoft. Der Game Cube ist aber auch noch angeschlossen.

Die Entwicklung von Gaming

Ich bin mit der Entstehung und enormen Entwicklung von Gaming groß geworden, hab sie sozusagen mitgemacht. Von den gelb-schwarzen Pixelträumen des GameBoy bis zu Next-Generation-Games wie The Order 1886 (mittlerweile ja Current-Gen). Aber das Beste an dieser ganzen Evolution für mich ist, dass Gaming in den letzten Jahren langsam eine gesellschaftliche Aufwertung erfährt. Man wird nicht mehr automatisch als Chips-essender, von Akne befallener Nerd ohne Sozialleben abgestempelt. Gamer sind „ganz normale Menschen“ mit Job, Freunden, und sie können sogar lesen. 😀 Gaming ist inzwischen salonfähig, weil immer mehr Leute endlich erkennen, dass es nicht um ein Abschalten von allem Anspruchsvollen geht, ums simple Knöpfe drücken und rumballern (was nicht heißt, dass es manchen Gamer dennoch genau darum geht 😀 ). Gaming kann viel mehr sein. Anspruchsvoller als jedes Buch, mitreißender als jeder Film und lehrreicher als jede Schulstunde (und damit meine ich nicht nur Dinge wie Addy Mathe 😀 ). 

Vielleicht kam diese Einsicht so „spät“, weil erst in den letzten Jahren mit großen Fortschritten im Grafik-Bereich endlich ein Gleichziehen von Optik und Geschichte möglich war. Gute Stories mit vielschichtigem Plot und schön gezeichneten Charakteren gab es schon früher. Aber jetzt kann man die Welten, die Gesichter, die Häuser und Wesen auch entsprechend grafisch darstellen.

Lara ist sichtlich bestürzt über ihr früheres Ich.

Diese Collage, die die Entwicklung von Geralt von Riva, der Legend of Zelda – Reihe und Tomb Raider (oder Tom Rainer, wie autocorrect es vorschlägt) zeigt, ist natürlich nur beispielhaft für alle Spiele-Reihen, an denen wir diese Evolution gut nachvollziehen können. Die Super Mario – Serie ist ein weiteres Beispiel, das meiner Meinung wunderbar zeigt, wie sich die Grafik weiterentwickelt hat, und dabei dem Stil der Reihe treu geblieben ist. 

Mit den verbesserten Möglichkeiten in den Bereichen Grafik und Gameplay sowie dem wachsendem  Interesse an Gaming geht es immer schneller, weiter, höher. Die Ansprüche vor allem der Generationen nach mir, die die Anfänge nicht mehr kennen und lieben gelernt haben, wachsen, und wenn irgendwo mal eine Textur nicht perfekt ist, heißt es gleich „scheiß Spiel!“.  Als Oracle-of-Seasons-Veteran fallen mir die Augen aus dem Kopf, wenn ich durch den Wolkenhort laufe und mich ins Erdreich runterstürze.

Ich glaube, viele Menschen haben verlernt, sich auf eine Geschichte oder eine Welt einzulassen. Das ist leider ein Prozess, der mit dem Älterwerden einhergeht. Aber ich denke, dass gerade Spiele uns dabei helfen können, unsere Begeisterungsfähigkeit und Neugierde zu erwecken, zu erhalten, zu schulen.

 

Spielt mehr Videogames!

Dieser Artikel ist eine Art Erklärungssversuch für die Gaming-Kategorie einerseits, und Gaming an sich. Gaming hat mein Leben definitiv bereichert, hat mich Freunde finden lassen und mir viele tolle Momente beschert.

Da sollte eigentlich stehen: The Legend of GAMING: Cato’s Awakening, aber das war mir zu kompliziert 😀

Ich bin der Meinung, dass mehr Menschen Gaming für sich entdecken könnten und sollten. Gerade Frauen, so kommt es mir manchmal vor, scheuen sich ein bisschen, weil sie vielleicht denken, dass Gaming unweiblich ist, oder dass sie zu ungeschickt sind, oder dass Autorennen und Kriegsimulation nichts für sie ist. 😀

Aber eigentlich ist es doch so: Jeder mag Geschichten. Und durch Gaming haben wir die Möglichkeit, Geschichten aus unseren Lieblingsgenres, sei das Sci-Fi, Fantasy, Horror, Adventure, Teenie-Romantik oder sonst was, mitzuerleben und mitzugestalten. In Mehrspieler-Modi können wir das sogar zusammen mit unseren Freunden. Meine Freundin Sophie adoptiert bald meine alte Wii, obwohl sie sich eine Zeit lang gegen alles, was über Professor Layton und Oracle of Ages hinaus geht, gesträubt hat. Vielleicht erlaubt sie mir ja, demnächst über ihr Leben mit einer Konsole zu schreiben. 🙂

Dieser Artikel ist nach dem nicht jugendfreien Until-Dawn-Review (sorry, Leute 😀 ) eine verspätete Einführung in die Gaming-Kategorie. Hier erwarten euch demnächst Beiträge rund um Gaming als Kulturgut, meine Spielerfahrungen und weitere Reviews aus meiner Perspektive. Wenn euch etwas bestimmtes interessiert, lasst es mich wissen!

 

Liebe Eltern,

ich kann verstehen, warum ihr besorgt seid, dass eure Kinder das Suhlen im Dreck, das Klettern auf Bäume und das Lesen von Büchern über Gaming verpassen. Aber, und das sollte nach der Lektüre dieses Beitrags ein bisschen klarer geworden sein: Gaming ist eine wirklich wunderbare Sache. Es gibt für jedes Alter und jede Vorlieben das passende Spiel. Und eure Kinder werden darüber nicht alles andere vergessen! Im Gegenteil! Sie werden es euch danken, dass ihr ihnen diese Welt gezeigt habt, und trotzdem weiterhin schaukeln und Fahrrad fahren und für die Schule lernen. Und wahrscheinlich werden sie TROTZDEM sogar mal einen Job finden. 😀
Warum setzt ihr euch nicht einfach mal selbst vor eine Konsole und spielt ein bisschen, zum Beispiel Super Mario Sunshine. Ich garantiere, wenn ihr es versucht und euch selbst ein Bild davon macht, was Gaming sein kann, werdet ihr eure negative Einstellung revidieren.
Meine Eltern haben es auch geschafft. 🙂 Und von Papa habe ich gelernt: Bei Mario Kart fährt man die Strecken besser, wenn man sich vorm TV so richtig in die Kurven reinlegt. 😀

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